Von Newport über Martha´s Vineyard nach Cape Cod

Mittwoch, 09.10.2013

Den heutigen Tag verbringen wir in Newport. Die traditionsreiche Stadt im kleinsten US-Bundesstaat wurde vor fast 400 Jahren gegründet. Hier befinden sich die erste Synagoge, die erste Marineakademie, die älteste Bibliothek sowie eine der ältesten Kneipen der USA.

 

Im 19. Jhd. entdeckte der amerikanische Geldadel die Stadt für sich. Er baute sich hier prunkvoll verzierte Paläste und Herrenhäuser. Zwölf dieser Newport Mansions können gegen ein üppiges Eintrittsgeld besichtigt werden. Bei den anderen bleiben die Türen verschlossen.

... unterwegs auf dem Cliff Walk
... unterwegs auf dem Cliff Walk

Den schönsten Blick auf die Herrenhäuser von Newport hat man von dem 5,5 km langen Cliff Walk, einem Spazierweg der an den zerklüfteten Felsen entlangführt. Wir starten unseren Spaziergang um 9 Uhr am Memorial Boulevard. Die Ausblicke auf die Villen und das Meer sind fantastisch.

 

Das mit Abstand größte Sommerhaus ist das Breakers des Eisenbahnmagnaten Cornelius Vanderbilt II. Das Anwesen hat 70 Zimmer und wurde nach Plänen des Architekten Richard Morris Hunt gebaut. Vorbild waren Villen des 16. Jahrhunderts in Genua und Turin.

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Nach so viel Sightseeing müssen wir uns erst einmal stärken. Wir fahren zum Hafen von Newport und essen wieder eine Lobster Roll in der Aquidneck Lobster Company. Frischer geht´s nicht.


Als nächstes steht das historische Newport rund um den Washington Square auf dem Programm. Hier gibt es noch zahlreiche gut erhaltene koloniale Gebäude im ehemaligen politischen und wirtschaftlichen Zentrum Newports.

Die White Horse Tavern gilt als die älteste Schankwirtschaft der USA. Schon 1673 erhielt die Kneipe ihre Alkohollizenz.

In der Touro Street befindet sich die älteste Synagoge ganz Amerikas (von 1763).

Das Colony House von 1739 diente bis 1900 als Haupt-regierungssitz.

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Newport ist aber auch die Stadt der Segler.

Von 1930 bis 1983 fanden vor Newport im Regattasegeln die Wettbewerbe um den America's Cup statt.

Am späten Nachmittag fahren wir zum Castle Hill Lighthouse an der Ocean Ave. Der gedrungene Leuchtturm (nur 10 m hoch) wurde 1890 erbaut. Wieder ein toller Abschluss für einen wundervollen Tag in Rhode Island.

Donnerstag, 10.10.2013

7:30 Uhr: auschecken. Unser heutiges Tagesziel: Falmouth in Massachusetts. Dort wollen wir für zwei Nächte im Hotel Inn on the Square „absteigen“ . Die sehr angenehme Fahrt dauert ca. 1,5 Stunden.

Vom Nachbarort Woods Hole fahren die Fähren zur Insel Martha´s Vineyard. Es ist die größte Ferieninsel Neuenglands und sie besitzt mit einer Mischung aus landwirtschaftlicher Schönheit und einem eleganten Charme einen besonderen Reiz.

Gegen halb 10 Uhr erreichen wir Woods Hole. Die Parkplatzsuche ist mühsam. Es gibt kaum Parkmöglichkeiten denn die meisten Urlauber fahren nur für einen Tag mit der Fähre rüber zur Insel Martha´s Vineyard und lassen Ihr Auto auf dem Festland. Wir parken kurz in der Water Street und frühstücken in der Pie in the Sky Bakery & Cafe. Super!

Zum Glück erfahren wir vom kostenlosen Bus-Shuttle-Service der Fährgesellschaft. In Falmouth (288 Palmer Ave.) gibt es einen großen Besucher-Parkplatz. Wir fahren dorthin und lassen uns mit dem Shuttle wieder zurück nach Woods Hole bringen. Pünktlich um 11 Uhr sticht die Fähre in See. Die Überfahrt nach Vineyard Haven dauert ca. 45 min. Zusätzlich zur Hin- und Rückfahrt haben wir gleich eine Bustour auf der Insel gebucht. Alles in allem rund 100 US$.

Kurz vor 11 Uhr gehen wir in Woods Hole an Bord der Fähre.
Kurz vor 11 Uhr gehen wir in Woods Hole an Bord der Fähre.
Pünktlich verlassen wir den kleinen Ort Richtung Martha´s Vineyard.
Pünktlich verlassen wir den kleinen Ort Richtung Martha´s Vineyard.

Während der 2,5 stündigen Insel-Tour berichtet der Busfahrer ununterbrochen über seine Insel. Leider verstehen wir fast nichts, doch die Tour ist trotzdem gut und wir kommen in fast alle Ecken der Insel. Der Busfahrer ist ein uriger Typ – ein echtes Original.

Am Aquinnah Lighthouse (auch Gay Head Light genannt) ganz im Südwesten der Insel macht der Bus einen mehrminütigen Stopp für Fotos und Souvenireinkäufe. Die steilen und bunt gefärbten Lehmklippen in Aquinnah sind für viele Fotografen ein lohnenswertes Ziel.  
Auch im Fischerörtchen Menemsha machen wir kurz halt. Hier ist eine Fischereiflotte stationiert.

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Gegen halb sechs sind wir zurück im Küstenstädtchen Falmouth wo wir in unser Hotel Inn on the Square für zwei Nächte einchecken. Es ist eins der besten Hotels auf unserer Rundreise.
Danach bummeln wir noch durch den hübschen Ort und essen im Restaurant The Quarterdeck. Die Straßen in Falmouth sind liebevoll  herbstlich geschmückt.

Das Hotel Inn on the Square in Falmouth.
Das Hotel Inn on the Square in Falmouth.
Falmouth Inner Harbor
Falmouth Inner Harbor

.... was für ein Auto
.... was für ein Auto
... herbstlich geschmückte Main Street in Falmouth.
... herbstlich geschmückte Main Street in Falmouth.

Freitag, 11.10.2013

Heute wollen wir uns das Cape Cod anschauen. Die Amerikaner vergleichen die gebogene Halbinsel gerne mit einem angewinkelten, muskulösen Arm der in den Atlantik ragt. Der schulternahe Bereich des Arms und der Bizeps werden als Upper Cape bezeichnet. Die Armbeuge und die Gegend rund um den Ellenbogen heißen Mid Cape, und der Unterarm, der sich bis nach Provincetown im Norden erstreckt, heißt Lower Cape.
Vor Ort gibt es jedoch auch Schilder die das Cape Cod auch folgendermaßen beschreiben: die Südküste mit Falmouth als South Cape, die Nordküste als North Cape, und der gesamte Unterarm incl. der Faust als Outer Cape.

 

1961 erklärte Präsident John F. Kennedy das Kap zum Cape Cod National Seashore – zum Naturschutzgebiet um die gefährdete Fauna und Flora zu schützen.


Wir brechen schon kurz vor 8 Uhr auf und erreichen nach 1,5 Stunden den nördlichsten Punkt der Halbinsel: Race Point Beach mit der Old Harbor Life-Saving Station. Das Haus aus dem Jahr 1897 enthält heute ein Museum zur Geschichte der Seerettung und eine Wracktreibgutsammlung. Leider wird uns der Zutritt durch den immer noch andauernden Government Shutdown verwehrt. Alles ist verschlossen auch die öffentlichen Toiletten.
In der Ferne können wir auch den nördlichsten Leuchtturm des Kaps erkennen: Race Point Light.

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Wir fahren ein paar Kilometer weiter in die Kleinstadt Provincetown. Hier geht es recht bunt, schrill und schräg zu. Die Stadt wimmelt von Galerien, Souvenirshops, Bars und Restaurants. Das quirlige Hafenstädtchen ist auch ein beliebter Treffpunkt für Homosexuelle. Im Sommer steigt die Zahl der Urlauber auf bis zu 40000 Touristen pro Tag an. Ansonsten leben hier rund 4000 Einwohner. Im Jahr 1620 landeten hier die ersten Einwanderer aus Europa mit Ihren Schiffen, darunter die bekannte „Mayflower“. Zur Erinnerung an die ersten Siedler wurde das 77 m hohe Pilgrim Monument erbaut. Der höchste Granitbau der USA. Von hier oben haben wir einen unglaublich schönen Blick über Provincetown und das nördliche Kap. Seit über 100 Jahren ist „P-Town“, wie die Stadt auch liebevoll genannt wird, eine beliebte Künstlerkolonie.

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Wir fahren weiter nach Süden und machen einen Stopp am Cape Cod Highland Lighthouse von 1857 zwischen den Orten Provincetown und Wellfleet. Im Jahr 1996 musste der Leuchtturm noch einmal ins Landesinnere versetzt werden, da die steile Abbruchkante durch die ständige Erosion dem Turm bedrohlich nahe gekommen war.

... auf der Historic Route 6 fahren wir Richtung Süden.
... auf der Historic Route 6 fahren wir Richtung Süden.
Highland Light (Cape Cod Light)
Highland Light (Cape Cod Light)

Weitere 30 km südlich steht das wie wir finden interessantere Nauset Lighthouse. Im Jahr 1879 endete hier eines der ersten transatlantischen Telegraphenkabel von Frankreich kommend - genannt "The Long, Black Cable". Über 24 Jahre lang wurden durch dieses und andere Telegraphenkabel Nachrichten zwischen Europa und Amerika ausgetauscht. 1903 wurde nur sechs Meilen nördlich die erste Funkverbindung durch Guglielmo Marconi mit Europa hergestellt. Der Strand heißt nunmehr Marconi Beach.

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Weitere Informationen zu den Leuchttürmen auf Cape Cod z.B. unter: capecodlighthouses.info

Samstag, 12.10.2013

Unser letzter Tag in Neuengland – am späten Nachmittag fliegen wir zurück. Bis dahin wollen wir uns in Boston noch die Harvard University anschauen und einen Blick vom Prudential Center auf Down-Town Boston werfen. Wir checken also wieder recht früh aus unserem Hotel in Falmouth aus und fahren die rund 130 km nach Boston.
Nachdem wir uns auf der Fahrt nach Boston unterwegs noch ein Cranberry-Feld angesehen haben, erreichen wir schon um 10 Uhr Cambridge mit der Harvard University.


 

 

 

 

 

Die Universität wurde 1636 von John Harvard gegründet. An seiner Statue lässt sich jeder Besucher und jeder Student mit ihm fotografieren.


Cambridge liegt im Großraum Boston, ist jedoch eine eigenständige Stadt. Die Harvard University ist die älteste US-Universität und gehört zu den weltweit führenden Hochschulen. Rund um den Harvard Square, das Campuszentrum, stehen 400 Gebäude.

Die Memorial Hall auf dem Harvard Yard erinnert ...
Die Memorial Hall auf dem Harvard Yard erinnert ...
... an die Bürgerkriegsopfer aus Harvard.
... an die Bürgerkriegsopfer aus Harvard.

Der Prudential Tower ist ein Wolkenkratzer im Stadtteil Back Bay. Er ist mit 229 Metern nach dem John Hancock Tower das zweithöchste Gebäude in Boston und hat 52 Stockwerke. Seine Aussichtsplattform im fünfzigsten Stock ist die höchste zugängliche in Neuengland, da seit den Terroranschlägen vom 11. September 2001 die höher gelegene Plattform auf dem John Hancock Tower geschlossen ist (Quelle Wikipedia). Um halb eins fahren wir ins Parkhaus des Prudential Einkaufcenters und fahren mit dem Fahrstuhl zur Aussichtsplattform. Der Rundumblick auf die Stadt ist bis auf die grauen Wolken spektakulär.

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Wir machen noch einen letzten Stopp an der Rowes Wharf bevor wir den Mietwagen am Flughafen abgeben und am späten Nachmittag wieder über London Heathrow zurück nach Hannover fliegen.